Erzeuger, Infrastrukturentwickler und Abnahmepartner arbeiten künftig eng zusammen, um erneuerbare Energien aus der nordisch-baltischen Region in eine leistungsfähige Wasserstoff-Infrastruktur nach Deutschland zu überführen.
Riga/Liepāja/Berlin/Kassel/Helsinki/Kopenhagen/Oslo. Auf der WindWorks 2026 in Riga unterzeichneten die Northern Europe Energy Group AS (Northern), SEFE und das Konsortium Baltic Sea Hydrogen Collector (BHC) eine Absichtserklärung, um die Entwicklung einer integrierten Wasserstoff-Wertschöpfungskette voranzutreiben, die die nordisch-baltische Region mit Deutschland verbindet.
Der Baltic Sea Hydrogen Collector (BHC) ist ein grenzüberschreitendes Projekt, das die Versorgung mit grünem Wasserstoff in den nordischen Ländern und Mitteleuropa sicherstellen wird. Das BHC-Konsortium besteht aus Gasgrid Finland, GASCADE Gastransport und Copenhagen Energy Islands – einem Teil von Copenhagen Infrastructure Partners.
Die Zusammenarbeit vereint Angebot, Infrastruktur und Nachfrage – die drei entscheidenden Elemente, die für den Ausbau von Wasserstoffprojekten erforderlich sind:
- Northern trägt durch seine Produktionspläne in Lettland und im gesamten Ostseeraum zur Angebotsseite bei.
- BHC stellt den geplanten Offshore-Transportkorridor bereit.
- SEFE sorgt für die auf der Nachfrageseite benötigte Zugkraft, um das regionale Angebotspotenzial in langfristige Abnahme- und Transportnachfrage umzuwandeln.
Die strategische Grundlage ist solide. Die nordisch-baltische Region vereint reichhaltige erneuerbare Ressourcen, attraktive Industriestandorte und direkten Zugang zu wichtigen europäischen Nachfragemärkten. In Liepāja wird das Flaggschiffprojekt von Northern, CIS Liepāja, als Projekt mit dem Potenzial präsentiert, in der ersten Phase eine Produktion von rund 100.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr zu erreichen, wobei ein erheblicher Anteil für den Export nach Deutschland und in andere EU-Märkte vorgesehen ist. Die vollständige Projektentwicklung wird Investitionen von weit über 1 Milliarde Euro mobilisieren können, was das Ausmaß der Chancen für Lettland und die gesamte Region unterstreicht.
Gleichzeitig wird die Entwicklung eines nordisch-baltischen Wasserstoff-Ökosystems die europäische Energieversorgungssicherheit stärken, die zukünftige Versorgung mit sauberer Energie diversifizieren, Europa mit kosteneffizientem Wasserstoff versorgen und zu einer größeren europäischen Energieautarkie beitragen, indem die Abhängigkeit von importierter fossiler Energie verringert wird.
BHC fügt die Infrastrukturkomponente hinzu, die erforderlich ist, um dieses regionale Potenzial in einen grenzüberschreitenden Korridor zu verwandeln. Das Projekt hat den Status eines Vorhabens von gemeinsamem Interesse (PCI) und hat 15,3 Millionen Euro an EU-Fördermitteln für Vorbereitungsarbeiten erhalten. Die Infrastruktur soll voraussichtlich Anfang bis Mitte der 2030er Jahre einsatzbereit sein, vorbehaltlich der weiteren Reifung des Projekts.
Die Bedeutung dieser Absichtserklärung geht über eine bilaterale Verbindung hinaus. Es ist ein konkreter Schritt hin zu einem umfassenderen Wasserstoff-Ökosystem, das alle Länder rund um die Ostsee einbezieht, in dem Produktion, Transport und Nachfrage parallel statt isoliert entwickelt werden.
Thor Magnus Rovik, Chief Executive Officer der Northern Europe Energy Group, sagte:
„Die nordisch-baltische Region verfügt über bedeutende Ressourcen und wird als Energieknotenpunkt für die europäische Energieversorgung und -wende von großer Bedeutung sein. Der nächste Schritt besteht darin, dieses Ressourcenpotenzial mit der Infrastruktur und den Kunden zu verbinden. Genau darum geht es bei dieser Zusammenarbeit – und darum, regionale Stärke in industriellen Wert umzuwandeln.“
Dr. Hans Dieter Hermes, Executive Vice President Hydrogen and Clean Energies, SEFE, sagte:
„Bei SEFE versorgen wir unsere Kunden mit Energie und unterstützen sie auf ihrem Weg zur Dekarbonisierung. Mit dem Start der Strategic Baltic Partnership tragen wir nicht nur dazu bei, dass Deutschland seine Klimaziele erreicht, sondern helfen auch Europa dabei, widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger zu werden. Gemeinsam mit unseren Partnern freuen wir uns darauf, die Lieferung von europäischem Wasserstoff an unsere Kunden zu ermöglichen.“
Thomas Dalsgaard, Chief Executive Officer, Copenhagen Energy Islands, sagte:
„Die Ostseeregion kann zu einer wichtigen Säule der Wasserstoffzukunft Europas werden. Das erfordert jedoch Korridor-Denken, grenzüberschreitende Infrastruktur wie den BHC und starke Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Vereinbarung ist ein klarer Ausdruck dieses Ziels.“
Für die unterzeichnenden Partner ist die Botschaft klar: Das nordisch-baltische Wasserstoff-Ökosystem verfügt über echtes strategisches und industrielles Potenzial. Diese Zusammenarbeit soll dazu beitragen, dieses Potenzial zu erschließen – in großem Maßstab, zügig und mit einem klaren Fokus darauf, die regionalen Stärken im Bereich der erneuerbaren Energien mit der industriellen Nachfrage in Europa zu verbinden, während gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit Europas gestärkt und ein autarkeres europäisches Energiesystem gefördert wird.







