GASCADE beantragt neues Pipeline-Projekt durch Sachsen

Kasseler Fernleitungsnetzbetreiber bereitet Raumordnungsverfahren vor

Kassel. Die Nachfrage nach flexiblen Transportkapazitäten für Erdgas wächst weiter. In erster Linie werden zusätzliche Transportstrukturen an den Grenzen des GASPOOL-Marktgebietes benötigt, das auch Sachsen einschließt. Die durch die Fernleitungsnetzbetreiber GASCADE Gastransport GmbH, Gasunie Deutschland Transport Services GmbH und der ONTRAS Gastransport GmbH im Sommer 2015 durchgeführte europaweite Abfrage more capacity belegt einen zusätzlichen Transportbedarf ab dem Jahr 2019.

Das Kasseler Unternehmen GASCADE reagiert nun auf diesen Bedarf mit Plänen zur Erweiterung seines 2.400 Kilometer langen Erdgasfernleitungsnetzes. Um dem zukünftigen Bedarf gerecht zu werden, soll eine 485 Kilometer lange Verbindung entstehen, die Europäische Gasanbindungsleitung EUGAL, die von der Ostsee bis zur deutsch-tschechischen Grenze führt.

„Wir müssen das Netz heute fit für die Anforderungen von morgen machen. Wir wissen, dass die Transportwege flexibler werden müssen, beispielsweise brauchen wir Kapazitäten in west-östlicher Richtung, um Polen und Tschechien das georderte Gas liefern zu können. Nur mit dem Ausbau des Netzes werden wir den großen Umbrüchen im europäischen Gasmarkt der Zukunft gerecht“, beschreibt Ludger Hümbs, EUGAL-Gesamtprojektleiter, die Anforderungen.

Der sächsische Abschnitt verläuft von Lampertswalde in südlicher Richtung bis an die deutsch-tschechischen Grenze bei Deutschneudorf. Um den Flächenverbrauch auf dem rund 110 Kilometer langen Abschnitt zu minimieren, soll die Leitung möglichst dicht zur 2011 in Betrieb genommenen Erdgasfernleitung OPAL verlegt werden.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für das Raumordnungsverfahren, das von der Landesdirektion Sachsen durchgeführt wird. Bei den Antragskonferenzen am 3. und 4. Mai in Dresden und Chemnitz werden zunächst der Untersuchungsrahmen und die Methoden festgelegt, die der Planung zugrunde gelegt werden. Im Sommer soll dann das Raumordnungsverfahren mit der vierwöchigen Offenlegung der Planunterlagen in allen beteiligten Gemeinden eröffnet werden. In dieser Phase bekommen auch die Bürger die Gelegenheit, sich zu dem Vorhaben zu äußern.