Information zur 2. Änderung der BSI- Kritisverordnung

Ab 1. Januar 2022 tritt die 2. Änderung der BSI-Kritisverordnung in Kraft. Durch die Aufnahme weiterer Anlagekategorien (z.B. Gashandelssystem und Grenzübergabestelle) im Sektor Energie dürften damit zusätzliche Betreiber nach dem IT-Sicherheitsgesetz zur Umsetzung von IT-Sicherheitsstandards und Abgabe von Störungsmeldungen verpflichtet werden.

Über die in der Verordnung definierten Schwellwerte ist es Betreibern von Kritischen Infrastrukturen möglich zu prüfen, ob sie unter den Regelungsbereich des BSI-Gesetzes fallen.

Die erstmals betroffenen Betreiber Kritischer Infrastrukturen sind mit Inkrafttreten der zweiten Änderungsverordnung verpflichtet, die von ihnen betriebenen Kritischen Infrastrukturen bis zum 2. April 2022 beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu registrieren, eine Kontaktstelle zu benennen und darüber hinaus erhebliche IT-Sicherheitsvorfälle an das BSI zu melden. Zudem ist innerhalb von zwei Jahren die Einhaltung eines Mindeststandards an IT-Sicherheit gegenüber dem BSI nachzuweisen.

Hintergrund

Die BSI-Kritisverordnung dient der abschließenden Bestimmung der Kritischen Infrastrukturen in den sieben Sektoren (Energie, Informationstechnik und Telekommunikation, Wasser, Ernährung, Transport und Verkehr, Gesundheit sowie Finanz- und Versicherungswesen) deren Betreiber mit dem Erlass des ersten IT-Sicherheitsgesetzes aus dem Jahr 2015 zur Umsetzung von IT-Sicherheitsstandards und Abgabe von Störungsmeldungen verpflichtet wurden.

In der Evaluierung der BSI-Kritisverordnung wurde festgestellt, dass einige Anlagenkategorien aufgrund ihrer Bedeutung für die Erbringung der kritischen Dienstleistung zusätzlich aufgenommen werden sollten. Neu eingeführt wurden daher für den Sektor Energie und die Branche Gas die Anlagenkategorien Gashandelssystem und Gasgrenzübergabestelle.

Durch die Änderungen unterfallen zusätzliche Betreiber den mit dem IT-Sicherheitsgesetz im Juli 2015 eingeführten Rechten und Pflichten.

Definierte Schwellwerte Sektor Energie/Gas:

2.2

Gastransport und -speicherung

2.2.1

Fernleitungsnetz

Durch Letztverbraucher und Weiterverteiler entnommene Jahresarbeit in GWh/Jahr

5190

2.2.2

Gasgrenzübergabestelle

Durchgeleitete Arbeit in GWh/Jahr

5190

 

Gasspeicher

Entnommene Arbeit in GWh/Jahr

5190

2.3

Gasverteilung

 

 

 

Gasverteilernetz

 

Entnommene Arbeit in GWh/Jahr

 

5190

2.4

Gashandel

 

 

 

Gashandelssystem

 

Energie der gehandelten Gasmengen oder
-kapazitäten in GWh/Jahr

 

5190

 

 

Begriffe in der Verordnung

Gashandelssystem – eine Anlage oder ein elektronisches Handelssystem für den Handel von Gasmengen oder -kapazitäten.

Grenzübergabestellen (Netzkoppelstellen), die nicht von einem der deutschen Fernlei-tungsnetzbetreiber betrieben werden, sind nicht, wie andere Netzkoppelstellen, als Bestandteil eines Fernleitungsnetzes anzusehen. Ohne Netzkoppelstellen kann das Gas jedoch nicht weitertransportiert werden. Für sie gab es in der BSI-Kritisverordnung bislang jedoch keine Anlagenkategorie.

Was macht GASCADE

Bereits mit der ersten KritisV sind wir als Betreiber einer Kritischen Infrastruktur eingestuft und somit den Anforderungen des IT-Sicherheitsgesetzes verpflichtet.

Seit Ende 2017 ist unserer Informationssicherheitsmanagement ISMS nach IT-Sicherheitskatalog und ISO 27001 zertifiziert und als einer der größten Gasnetzbetreiber in Deutschland und Europa nehmen wir branchenweit eine Vorreiterrolle in der Informationssicherheit ein.

Im UP KRITIS Branchenarbeitskreis Gas stellen wir seit 2016 die Leitung, verfolgen und kommentieren anstehende Gesetzänderungen, beraten und erörtern alle Themen mit Branchenvertretern, Verbänden und Behörden und stehen auch Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.